Reifen flicken

Glasscherben, ein Nagel oder ein anderer spitzer Gegenstand sorgen schnell für einen platten Reifen. Eine derartige Reifenpanne ist wohl der Albtraum eines jeden Autofahrers, denn er ist nicht nur ärgerlich, sondern meist auch ziemlich gefährlich und oft auch teuer. Da viele Autofahrer Geld sparen wollen und Einige auch der Umwelt etwas Gutes tun wollen, entscheiden sie sich, den Reifen flicken zu lassen. Aber ist das überhaupt sinnvoll und wann kann das richtig gefährlich werden? Das wollen wir in unserem Artikel klären.

Reifen flicken oder gleich ein neuer Pneu?

Die Luft ist raus und der Reifen ist platt – schon ein kleiner eingefahrener Nagel kann eine große Wirkung erzielen. Nun stellt sich für viele Autofahrer die Frage, ob denn der Reifen noch zu retten ist oder ob er gleich auf den Müll wandert? Erst einmal ist zu sagen, dass die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) es nicht verbietet, dass man als Autofahrer mit einem geflickten Reifen unterwegs ist. Allerdings muss die Reifenreparatur fachgerecht durchgeführt werden und das schließt eigentlich schon von selbst aus, dass man die Reparatur in der heimischen Garage ausführt. Es sei denn, man ist von Berufswegen Reifenfachmann und flickt in der gut ausgestatteten heimischen Werkstatt den eigenen Reifen so, wie man es im Arbeitsalltag auch tun würde. Im Internet werden Reparatur-Sets im Preisbereich zwischen 15 und 20 Euro angeboten. Die sind zwar damit wesentlich günstiger als ein neuer Reifen und auch günstiger als der Gang zum Fachmann, der sich dem Loch im Reifen annimmt, aber sind im Grunde nicht zu empfehlen. Denn auch für deren Anwendung muss der kaputte Reifen von der Felge und das kann der Laie zuhause fast nicht fachgerecht hinbekommen.

So repariert der Fachmann kaputte Reifen

Wer dennoch erst einmal den Fachmann über den defekten Reifen schauen lassen will, kann das laut StVZO gerne tun. Hiernach dürfen aber lediglich Einfahrschäden wie Stichverletzungen beseitigt werden, wenn ihre Länge bzw. maximale Ausdehnung sechs Millimeter nicht überschreitet. Dann wird wie folgt vorgegangen:

  • Der Reifen wird in der Fachwerkstatt von der Felge demontiert.
  • Im Anschluss kann der Fachmann die Schadstelle begutachten und sich damit ein Bild über das Ausmaß des Schadens machen.
  • Erst danach kann eine klare Aussage darüber getroffen werden, ob der spezielle Reifenschaden noch reparaturwürdig ist oder nicht. Auch ein erster Ausblick auf den möglichen Kostenumfang ist nun möglich.
  • Kann eine Reparatur durchgeführt werden und ist der Kostenrahmen für den Kunden in Ordnung, wird der Reifen jetzt fachgerecht instandgesetzt.
  • Der Fachmann wird nun die betroffene Schadstelle mit einem Bohrer aufbohren. Dabei wird die Größe des Bohrers so groß wie nötig und so klein wie möglich gewählt.
  • Nun wird Rohgummi vulkanisiert und dann wird das aufgebohrte Loch vollständig damit aufgefüllt. Danach wird auf der Innenseite der Radlauffläche noch der eigentliche Flicken aufgebracht. Damit wird die Schadstelle dann endgültig versiegelt.
  • Nach dem Trocknen wird der Reifen wieder vorsichtig auf die Felge aufgezogen. Danach wird noch einmal geschaut, ob der geflickte Reifen eventuell ausgewuchtet werden muss.

Kosten für das professionelle Reifen flicken

Da das eigenständige Flicken durch den Laien in keinem Fall empfehlenswert ist und dabei am Ende nur Ärger mit Polizei und im Falle eines Unfalles auch sicher mit der Versicherung drohen würde, sollte dafür stets der Gang in die Fachwerkstatt angetreten werden. Dort kostet einmal Reifen flicken in etwa zwischen 30 und 40 Euro. Wenn man nun bedenkt, dass ein Neureifen in etwa das Doppelte kostet, kann man schon von einer Kostenersparnis reden. Zudem belastet ein geflickter Reifen die Umwelt nicht, im Gegensatz zum weggeworfenen Pneu. Wenn nun also ein erst ein halbes Jahr alter Reifen Luft verliert, dann kann das professionelle Flicken des Schadens durchaus eine lohnende Alternative sein. Allerdings macht das dann, je älter die Reifen sind, immer weniger Sinn. Und vom Reifenflicken in der heimischen Garage sollte man ohnehin die Finger lassen!