Reifen kaufen

Wenn die alten Gummis verschlissen sind, dann sollte man ganz schnell neue Reifen kaufen, um wieder sicher, komfortabel und mit viel Fahrspaß unterwegs sein zu können. Wir erklären, woran man überhaupt erkennt, dass man neue Sommerreifen oder Winterreifen kaufen muss und was beim Kauf der neuen Pneus alles beachtet werden sollte.

Neue-Reifen

Wann sollte man neue Reifen kaufen?

Hat der alte Pneu weniger als 1,6 mm Restprofil, dann sollte man unbedingt neue Reifen kaufen. Wartet man damit zu lange und wird von der Polizei gestoppt, riskiert man mindestens ein Bußgeld von 60 Euro und einen Punkt in Flensburg. Mit der Zeit fährt sich das Profil, das beim Neureifen zwischen sieben und neun Millimeter beträgt, immer mehr ab und sollte deshalb auch regelmäßig kontrolliert werden – entweder auf den Zehntel Millimeter genau mit einem Tiefenmesser oder grob mit dem Rand einer 1-Euro-Münze. Der Goldrand des Geldstücks ist exakt drei Millimeter breit und das entspricht auch den Empfehlungen der Experten für die Mindestprofiltiefe beim Sommerreifen (Winterreifen: 4 mm). Natürlich kann man so fahren, dass man erst beim Erreichen der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestprofiltiefe von 1,6 mm einen neuen Reifensatz kauft, aber für die eigene Sicherheit ist es dann doch empfehlenswert, den Empfehlungen der Experten zu folgen.

Doch wann ist es denn nun am günstigsten, sich neue Reifen zu kaufen? Bei Sommerreifen kann ein antizyklisches Kaufverhalten, also in dem Fall der Kauf im Herbst oder im Winter zu Einsparungen führen. Die Winterreifen sind oftmals im Frühjahr oder im Sommer mit am günstigsten zu haben, aber hier werden die Spareffekte mittlerweile von Jahr zu Jahr immer geringer. Bei Sommer-, Winter- und auch beim Ganzjahresreifen kommt es vor allem auf eine gründliche Recherche der Reifenpreise an. Wer sich auf bestimmt Kauftermine festlegt, kommt vielleicht am Ende sogar teurer weg.

Reifenkauf: Welcher Reifentyp ist der Richtige?

Wer einen neuen Reifen kaufen will, steht vorerst einmal vor der Frage, ob es lieber ein Spezialreifen, also ein Sommerreifen oder ein Winterreifen, werden soll oder ob es auch der Allrounder, also der Ganzjahresreifen sein darf. Noch vor ein paar Jahren hätte man ganz klar zu den Spezialreifen raten müssen, aber mittlerweile ist die Entwicklung der Ganzjahresreifen so weit fortgeschritten, dass  sie zwar immer noch einen Kompromiss darstellen, aber dennoch eine sichere und lohnende Alternative zu den Spezialreifen sind. Zudem sind die Winter in den vergangenen Jahren deutlich schneeärmer gewesen und auch die Sommer waren viel länger. So gab es in einigen Regionen des Landes kaum noch Schnee- und Eisglätte und wer nicht allzu viel fährt, ist mit den Allwetterreifen gar nicht schlecht bedient. Wichtig ist: Wer seine Allwetterreifen auch im Winter nutzen möchte, sollte unbedingt auf das Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) auf der Reifenflanke achten.

Die richtige Reifendimension finden

Beim Neukauf von Reifen stehen viele Laien bei den kryptischen Zahlen auf der Reifenflanke vor einem Rätsel. In den Zeilen 15.1 und 15.2 der „Zulassungsbescheinigung Teil 1“ finden sich die Reifengrößen, mit denen das eigene Fahrzeug bestückt werden darf. Zudem sind alle zulässigen Reifendimensionen im sogenannten  CoC-Papier (CoC steht für Certificate of Conformity, auf Deutsch: Übereinstimmungserklärung) zu finden. Aber was bedeuten denn die Zahlen und Buchstaben auf der Reifenflanke nun überhaupt. Das erläutern wir einmal am Beispiel der Aufschrift 245/45 R 17 91 H.

  • Die 245 am Anfang dieser Folge entspricht der Reifenbreite in Millimetern.
  • Die 45 nach dem Schrägstrich gibt das Verhältnis zwischen Reifenflankenhöhe und Reifenbreite an. Würde dort eine 50 stehen, so wäre der Reifen halb so hoch wie breit.
  • Mit dem R wird die heute übliche Reifenbauart, der Radialreifen, angezeigt.
  • Mit der Zahl 17 wird der Felgendurchmesser in Zoll angegeben.
  • Die 91 steht für den Lastenindex, wobei diese Zahl angibt, dass dieser Autoreifen 615 Kilogramm Gewicht tragen kann. Bei vier Reifen sind das bei dem konkreten Beispiel dann 2.460 Kilogramm.
  • Und das H gibt den Geschwindigkeitsindex an. Ein Reifen mit dieser Bezeichnung darf maximal 210 km/h gefahren werden.

Was sonst noch wichtig ist

Wer einen neuen Reifen kaufen möchte, sollte sich auch darüber informieren, ob sein Fahrzeug mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS), indirekt oder direkt, ausgestattet ist. Die Kosten für dessen Installation und für das Anlernen der Sensoren kommen dann bei der Reifenmontage noch mit dazu.

Für besonders PS-starke Fahrzeuge haben die Hersteller sogenannte UHP-Reifen (UHP steht für Ultra High Performance, deutsch: sehr große Leistung) im Angebot. Diese Reifen sind häufig mit den Geschwindigkeitsindizes V, W oder Y versehen (max. 240, 270 der 300 km/h) und können so auch bei deutlich höheren Geschwindigkeiten noch ein sicheres Fahren ermöglichen.

Im Pannenfall helfen sogenannte Runflat- oder Notlaufreifen weiter. Sie haben eine verstärkte Reifenflanke, die auch bei einem kompletten Luftverlust noch Fahrten mit bis zu 80 km/h über eine Strecke von 80 Kilometern ermöglicht. Damit kommt man sicher und zügig bis zur nächsten Werkstatt und auch Reifenplatzer verlieren somit ein Stück weit ihren Schrecken. Die Notlaufreifen sind mittlerweile bei vielen Autoherstellern wie BMW oder Daimler von vornherein auf den Neuwagen montiert. Viele Autobauer sparen sich somit das Ersatzrad und können ihren Kunden dennoch ein hohes Maß an Mobilität sicherstellen.