Reifenwechsel

Zweimal im Jahr ist es soweit: Der Termin zum Reifenwechsel steht an. Im Frühjahr müssen die Winterreifen runter und die Sommerreifen drauf – und im Herbst dann das Wechselspiel in die umgekehrte Richtung. Der Räderwechsel beim Profi in der Werkstatt kostet oftmals so um die 50 Euro und wer sich das Geld sparen will,  kann auch selber Hand anlegen und zum Radkreuz greifen. Wir erklären euch hier, wie ihr den Reifenwechsel selber machen könnt und was es dabei alles zu beachten gilt.

Wann sollten Reifen gewechselt werden?

ReifenwechselWohl fast jeder Autofahrer hat schon einmal etwas von der Grundregel „Von O bis O“ gehört, also von Ostern bis Oktober. Zu Ostern auf Sommerreifen zu wechseln und dann gleich im Oktober wieder die Winterreifen aufzuziehen ist nicht immer etwas, an das man sich streng halten muss, aber in der Regel macht man mit diesem Grundsatz auch nicht viel verkehrt. Wichtig ist, dass man lieber einmal zu früh auf Winterreifen wechselt anstatt dann beim ersten Schnee immer noch mit Sommerreifen unterwegs zu sein. Wenn also die Temperaturen so aussehen, als würden sie dauerhaft unter sieben Grad Celsius fallen, dann ist ein Wechsel von Sommer- auf Winterräder angebracht. Hierzu sollte man einfach immer mal wieder den Wetterbericht für die kommenden Wochen im Auge behalten. Wichtig ist nur, dass man bei winterlichen Verhältnissen mit Schnee, Schneematsch oder Eisglätte unbedingt mit Winterreifen unterwegs ist, da sonst ein Bußgeld von mindestens 60 Euro droht. Auch wer neue Reifen braucht, der sollte diese rechtzeitig bestellen, denn gerade zu Beginn der Räderwechselsaison kann es bei den Händlern schon mal zu Engpässen kommen. Wenn also abzusehen ist, dass die Reifen die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 mm bald unterschreiten werden, dann sollte rechtzeitig und vorausschauend gehandelt werden. Wichtige Institutionen in der Autobranche geben als Richtwerte für Profiltiefen mindestens 3 mm bei Sommerreifen und mindestens 4 mm bei Winterreifen an.

Reifen selber wechseln

Wer nun das Geld für die Werkstatt sparen möchte, kann sich auch in der heimischen Garage oder einem anderen befestigten Platz an den Reifenwechsel machen. Dazu werden folgende Werkzeuge und Hilfsmittel benötigt:

  • Wagenheber
  • Radkreuz bzw. Drehmomentschlüssel
  • Schraubenzieher bzw. gekröpfte Zange

Das sind die wichtigsten Schritte beim Räderwechsel:

  1. Die Handbremse betätigen
  2. Nun die Radkappen vorsichtig mit dem Schraubenzieher abhebeln bzw. die Schutzkappen von den Radschrauben mit der Zange abziehen. Dann die Radschrauben etwas anlösen.
  3. Jetzt das Fahrzeug mit dem Wagenheber so lange anheben, bis das zu wechselnde Rad frei in der Luft hängt.
  4. Im Anschluss daran können die Radschrauben komplett gelöst werden.
  5. Dann kann das Rad samt Felge abgenommen werden und der neue, für die jeweilige Saison passende Reifen kann wieder aufgezogen werden.
  6. Nun können die Radschrauben schon wieder eingedreht und über Kreuz leicht angezogen werden.
  7. Der Wagenheber sollte nun soweit abgesenkt werden, bis das Rad komplett durch das Fahrzeuggewicht blockiert wird. Mit dem Radkreuz nach Gefühl (vorsichtig anziehen!) oder mit dem Drehmomentschlüssel exakt nach Angaben im Bordbuch des Fahrzeuges die Radschrauben festziehen. Dann den Wagenheber komplett absenken und entfernen.
  8. Den Luftdruck in den Reifen überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Räder doch lieber in der Werkstatt wechseln lassen?

Wer Geld sparen will, kann das gerne tun und seine Reifen selber wechseln, aber es gibt durchaus auch gute Gründe für einen Wechsel in der Werkstatt. Da wäre zum Beispiel der Vorteil der Einlagerung. Wer keinen Platz hat und seine Reifen nicht in der eigenen Garage lagern kann, kann den kompletten Reifensatz im Lager der Werkstatt einlagern lassen. Zudem schauen sich die Profis die Reifen und die Felgen vor dem Aufziehen auf das Fahrzeug noch einmal genau an. Ist ein Riss zu erkennen oder müssen die Reifen ausgewuchtet werden? Auch die Reinigung und Pflege der Reifen werden in der Autowerkstatt mit erledigt. Ein Muss ist der Gang zum Fachmann, wenn euer Fahrzeug über ein direktes Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) verfügt. Dieses System muss bei jedem Reifenwechsel gewartet werden und auch der Akkustand der Batterien der Sensoren wird überprüft. Wer hingegen ein indirektes RDKS hat, kann seine Reifen auch weiterhin selber montieren.